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KI & Big Data: Wenn Technologie Führung neu definiert

Autorin: Prof. Dr. Eugenia Schmitt Professorin, Autorin, Coach, Co-Founder Trenz Institut | Trenz Institut

Manchmal spürt man, dass sich etwas Grundlegendes verändert – bevor man die passenden Worte dafür hat.
Genau so erleben viele Führungskräfte derzeit den Einsatz von KI: als Mischung aus Chancen, Tempo und offenen Fragen.

Die Zahlen zeigen, wie stark dieser Wandel tatsächlich ist:

  • 86 % der Unternehmen erwarten tiefgreifende Veränderungen.
  • Nur 36 % nutzen KI produktiv – der Rest beobachtet noch.
  • 61 % der Beschäftigten wollen sich zu KI weiterbilden.
  • Fast die Hälfte bekommt dafür keine Möglichkeit.
    (Bitkom & OECD 2023–2025)

Diese Diskrepanz ist kein Versäumnis. Sie zeigt vielmehr, wie neu die Führungsaufgabe ist, die gerade entsteht.

KI greift nämlich zunehmend in Tätigkeiten ein, die bisher als Kern menschlicher Expertise galten: Informationen ordnen, Optionen abwägen, Entscheidungen vorbereiten. Die OECD beschreibt diesen Wandel sehr klar: KI berührt nicht nur Prozesse, sondern die Grundlagen von Führung selbst.
Damit verschiebt sich die Rolle von Führung  weg von „Ich entscheide“ hin zu „Ich gestalte, wie wir als Organisation Entscheidungen treffen“.

Für viele fühlt sich das überraschend an.
Für andere befreiend.
Für alle relevant.

Gleichzeitig verändert KI die Erfahrung von Arbeit. Viele Mitarbeitende berichten, dass sie durch KI entlastet werden, mehr Struktur gewinnen und schneller zu Ergebnissen kommen. Andere spüren mehr Druck oder weniger Kontrolle. Beides ist real  und beides entsteht weniger durch Algorithmen als durch das Umfeld, in das sie eingebettet werden.

KI kann Freiraum schaffen, und KI kann Freiraum nehmen.

Die Wirkung hängt davon ab, wie klar wir kommunizieren, wie transparent wir gestalten und wie konsequent wir Kompetenzen aufbauen.

Ich beobachte: Führungskräfte fühlen sich oft verantwortlich, „KI verstehen zu müssen“.

Die entscheidenden Zukunftskompetenzen sind nicht technischer Natur. Es geht um etwas Tieferes:
Es geht darum zu verstehen, wie KI zu ihren Ergebnissen kommt (AI Literacy), wie Datenqualität, Bias und Unsicherheit Entscheidungen beeinflussen (Data Literacy) und wie wir Entscheidungsräume schaffen, in denen Technologie unterstützt, aber nicht steuert (Decision Literacy).

Kurz gesagt: Führung bleibt menschlich – sie wird nur dateninformierter.

Vielmehr eröffnet sie die Möglichkeit, Entscheidungen bewusster, transparenter und gemeinschaftlicher zu gestalten.

Was jetzt zählt?

Wenn wir im Trenz Institut Führungskräfte begleiten, entstehen immer wieder dieselben Schlüsselmomente:

  • Das Erkennen, dass KI nicht die Entscheidung übernimmt – sondern die Qualität der menschlichen Entscheidung verändert.
  • Das Bewusstsein, dass Transparenz und Dialog wichtiger werden als Geschwindigkeit.
  • Der Mut, Unsicherheiten auszusprechen, statt sie zu verstecken.

Denn:
KI definiert Arbeit neu. Führung definiert Vertrauen neu.
Beides gehört zusammen.

Autorin

Prof. Dr. Eugenia Schmitt, MBR

Prof. Dr. Eugenia Schmitt, MBR

Prof. Dr. Eugenia Schmitt ist Professorin an der Fresenius Hochschule in München und an der University of Sustainability in Wien. Sie ist Studiengangsleiterin für Wirtschaftspsychologie und Business Development & Digital Innovation, und lehrt zudem Betriebswirtschaft und Finanzmanagement. Mit ihrem Forschungs- und beruflichen Hintergrund in Mathematik, Finanz- und Risikomanagement verbindet sie wissenschaftliche Tiefe mit einem ausgeprägten Praxisfokus. Als mehrfach zertifizierter systemischer Coach bringt sie zudem eine fundierte Expertise in Führung, Persönlichkeitsentwicklung und der wirksamen Begleitung von Veränderungsprozessen ein.

Als Co-Founder des Trenz Instituts beschäftigt sie sich insbesondere mit der Frage, wie Führungskräfte und Organisationen in einer von KI, Unsicherheit und hohem Veränderungsdruck geprägten Arbeitswelt handlungs- und entscheidungsfähig bleiben.
Als Autorin von Fachbüchern und zahlreichen wissenschaftlichen Arbeiten verbindet sie für das Trenz Institut aktuelle Forschung mit konkreten Fragen der Führungspraxis – von KI und Entscheidungsfindung über Resilienz bis hin zur Gestaltung von Organisationen, in denen Mensch und Technologie verantwortungsvoll zusammenarbeiten.

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